Philosophische Gedanken zum Lebensrad

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten wohl nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, den uralten Turm,

ich kreise jahrhundertelang;

ich weiß nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein goßer Gesang.

 

 

(Rainer Maria Rilke, Das Stundenbuch, Leipzig 1905)

 

 

 

Wie können wir im Lebensrad Rat für unser Leben erhalten?

 

 


Mit Rilkes Worten gesprochen „vollzieht sich das Leben in wachsenden Ringen".

Alle indigenen Völker, auch unsere Vorfahren im mitteleuropäischen Raum, orientierten sich an den wechselnden Naturereignissen der Jahreszeiten. Dieser immerwährende Kreis, von Werden und Vergehen, Entfaltung und Rückzug, Einatem und Ausatem, Tag und Nacht, ist, wie zu allen Zeiten, unsere Matrix in der wir leben.

Wir müssen uns an diese uralte Weisheit rückverbinden, uns erinnern, dass wir ein Teil dieses Lebens-Kreises sind.

Durch die Orientierung am Lebensrad (hier: Lebenskompass nach Ursula Seghezzi) können wir unsere eigene menschliche Natur entdecken, mit ihren vier Aspekten, Körper, Geist, Seele und Spiritualität.

Wir können aber auch die Phasen des Lebens bewusst durchschreiten. Von der Geburt durch die Kindheit, der Übergang in das Erwachsenalter, die Jahre des Wechsels in das Alter, bis zur Vorbereitung auf unseren Tod, als letzten großen Übergang.

 

Wir sind alle aufgefordert unser individuelles Potenzial in den jeweiligen Lebensphasen zu entfalten. Wir sind alle aufgefordert, uns selbst dem großen Ganzen, der Gemeinschaft mit unseren Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen.

Dies können wir, wenn wir uns der Kreiskultur erinnern, wenn wir miteinander im Kreis sitzen,  unsere Erfahrungen aus dem Herzen erzählen und uns gegenseitig ermutigen und stärken.

Ein so gereifter Mensch wird im zweiten Schritt Veranwortung für seine Mitwelt übernehmen können und wollen. Angesichts der großen Fragen der Menschheit,

haben wir keine Zeit zu verlieren.

Wir sind alle aufgerufen, einen friedvollen Raum, zunächst in uns selbst, dann in unserer nächsten Umgebung und zuletzt für die Welt, zu erschaffen.

Einen solchen Raum wollen wir im bele-Institut bereitstellen, mit ihnen be-le -ben und teilen.